143 JahreSchwesternschaftsgeschichte

Berlins Rotkreuz-Schwesternschaften

Hedwig von Rittberg hatte nur zwei Mitstreiterinnen als sie 1875 ihr großes Projekt „Krankenpflege“ startete: Berlin wurde zur Millionenmetropole mit wachsenden sozialen Spannungen, das Deutsche Reich hatte in seinen ersten industrialisierten Massenkriegen gekämpft. Krankenpflege und Verwundetenversorgung – bislang Aufgaben von Angehörigen, Diakonissen und Nonnen – mussten sich den Gegebenheiten anpassen; für eine neue Qualität in der Pflege bedurfte es jedoch anderer, zeitgemäßer und vor allem: professioneller Organisationsformen.

Erfahren Sie hier mehr über die Geschichte der Berliner Rotkreuz-Schwesternschaften

Durch die Zeit reisen →

Mehr als ein Verein

Und dann waren da noch alleinstehende Frauen, die selbstbewusst einem Beruf nachgehen wollten und dabei ein neues Berufsbild prägten. Ihnen bot die Rittberg-Schwesternschaft mehr als nur eine Karriere in der Krankenpflege, der Verein wurde für viele Schwestern zum Familienersatz. In den ersten Jahren pflegten sie als „umherziehende Schwestern“ Kranke in deren Wohnungen.

Das „Rote Kreuz“ als Wiedererkennungszeichen und Qualitätssiegel kam 1898 hinzu, die Schwesternschaft schloss sich über ihren Dachverband der Rotkreuz-Organisation an.

Gestellungsverträge brachten den Berliner Rotkreuz-Schwesternschaften dann neue Einsatzgebiete: Träger – meist andere Vereine, aber auch Unternehmen, Kommunen und natürlich die Stadt Berlin – schlossen mit den Rotkreuz-Schwestern Vereinbarungen, nach denen die dem Krankenhausträger ein Kontingent an Pflegerinnen zu stellen hatten.

kinderkrankenpflege

Planbarer und selbstständiger wirtschaften lässt es sich da mit eigenen Einrichtungen: Die Rittberg-Klinik zum Beispiel war eine der ersten Einrichtungen in Trägerschaft der Rotkreuz-Schwestern – heute sind dort das DRK-Generalsekretariat und der Verband der Schwesternschaften vom Roten Kreuz untergebracht. Seit 1914 im Besitz der Berliner DRK-Schwestern – und damit das Krankenhaus, welches am längsten in Eigenregie geführt wird – ist das Haus in der Drontheimer Straße: die DRK Kliniken Berlin | Mitte.

1875 - 1975 - heute

Seit 1975 gibt es die DRK-Schwesternschaft Berlin: Sie setzt sich zusammen aus ehemals eigenständigen Schwesternschaften, deren Gründungsgeschichten bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen.

abb.-chronik-s.146

Die Rot-Kreuz-Schwesternschaft Rittberghaus war die erste in Berlin, weitere Schwesternschaften kamen hinzu. Einige der Vereine lösten sich später wieder auf, andere gingen gemeinsame Wege - bis hin zum „großen“ Zusammenschluss im Mai 1975.

Unsere Einrichtungen →